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zhōng chá shú bǐng

zhōng chá shú bǐng · 中茶熟饼

Zhongcha Shu Pu-Erh (中茶熟饼, Zhōngchá shú bǐng) – gereifter (künstlich fermentierter) Pu-Erh, gepresst in Fladenform, herausgegeben unter der ältesten und bekanntesten chinesischen Teemarke „Zhongcha“ (

Zhongcha Shu Pu-Erh (中茶熟饼, Zhōngchá shú bǐng) – gereifter (künstlich fermentierter) Pu-Erh, gepresst in Fladenform, herausgegeben unter der ältesten und bekanntesten chinesischen Teemarke „Zhongcha“ (中茶, Zhōngchá). Die Marke gehört einem Staatsunternehmen, das an der Wiege der gesamten modernen Pu-Erh-Industrie Yunnans stand; daher handelt es sich nicht so sehr um eine einzelne Sorte, sondern vielmehr um einen ganzen Stil und eine Produktlinie. Als Rohmaterial dient großblättriger Tee aus der Provinz Yunnan (云南, Yúnnán); das bestimmende Herstellungsverfahren ist die Nasshaufenfermentation (渥堆, wò duī), die in den 1970er Jahren entwickelt wurde. Das Markenlogo – acht Schriftzeichen „zhong“ (中), die das zentrale Schriftzeichen „cha“ (茶) umgeben – ist eines der bekanntesten Symbole in der Geschichte des Pu-Erh. Der Tee wird geschätzt für seine stabile Qualität, den wiedererkennbaren „fabriktypischen“ Geschmack und die historische Bedeutung der Marke.


1. Klassifikation und Herkunft:

  • Typ: Pu-Erh (普洱茶, pǔ’ěr chá), gereifter/fermentierter Subtyp – Shu Pu-Erh (熟茶, shú chá).
  • Form: gepresster Fladen (饼, bǐng), klassisches Gewicht – ca. 357 g; traditionell wurden sieben Fladen zu einem Bund verpackt (七子饼, qīzǐ bǐng).
  • Marke: „Zhongcha“ (中茶, Zhōngchá).
  • Herkunft: Provinz Yunnan, VR China.
  • Rechteinhaber: China Tea Company, heute „Zhongguo Chaye Gufen Youxian Gongsi“ (中国茶叶股份有限公司), Teil des Staatskonzerns COFCO (中粮集团, Zhōngliáng jítuán).

Gemäß dem nationalen Pu-Erh-Standard (GB/T 22111-2008 „Produkt mit geografischer Angabe. Pu-Erh“) darf nur Tee als Pu-Erh bezeichnet werden, der aus sonnengetrocknetem, großblättrigem Rohmaterial aus Yunnan innerhalb des festgelegten geografischen Gebiets hergestellt wurde. Produkte der Marke „Zhongcha“ werden in verschiedenen Fabriken und nach verschiedenen Rezepturen hergestellt; daher ist „Zhongcha Shu Pu-Erh“ eher eine Familie von Fladen, vereint durch Marke und Technologie, und kein Einzelprodukt.

2. Geschichte und Kulturelle Bedeutung:

  • Gründung des Unternehmens: Die China Tea Company (中国茶业公司, Zhōngguó cháyè gōngsī) wurde 1949 gegründet.
  • Warenzeichen: Die Marke „Zhongcha“ mit dem Logo „acht zhong“ (八中商标, bā zhōng shāngbiāo) wurde Anfang der 1950er Jahre registriert.
  • Geburt des Shu Pu-Erh: Die Technologie der Nasshaufenfermentation wurde in der ersten Hälfte der 1970er Jahre (etwa 1973–1975) in Fabriken in Kunming (昆明茶厂, Kūnmíng cháchǎng) und Menghai (勐海茶厂, Měnghǎi cháchǎng) ausgearbeitet.

Vor den Reformen und der Privatisierung der 1980er und 1990er Jahre wurde praktisch der gesamte Pu-Erh aus Yunnan für den Binnenmarkt und den Export unter der einheitlichen Marke „Zhongcha“ herausgegeben. Die berühmten „markierten“ Tees der 1950er Jahre – „roter Stempel“ (红印, hóng yìn), „grüner Stempel“ (绿印, lǜ yìn), „gelber Stempel“ (黄印, huáng yìn), benannt nach der Farbe des zentralen Schriftzeichens 茶 auf der Verpackungshülle – waren in der Regel roher (生, shēng) Pu-Erh, doch gerade sie festigten den Kultstatus der Marke. Gereifte Shu-Fladen von „Zhongcha“ erschienen erst nach der Beherrschung der Fermentationstechnologie und wurden zum Musterbeispiel des „klassischen Fabrikgeschmacks“.

3. Botanische Beschreibung und Rohmaterial:

  • Pflanzenart: Camellia sinensis var. assamica, in der chinesischen Tradition – großblättrige Sorte (大叶种, dà yè zhǒng).
  • Rohmaterial: grüner, sonnengetrockneter Maocha (晒青毛茶, shàiqīng máochá).
  • Blatt: groß, ledrig, mit hohem Gehalt an extraktiven Stoffen, was für die lange Fermentation wichtig ist.

Großblättriger Tee aus Yunnan zeichnet sich durch einen vollen Aufguss und hohen Polyphenolanteil aus, was ihn sowohl für rohen als auch für fermentierten Pu-Erh geeignet macht. Die Marke „Zhongcha“ verwendet das Blending (拼配, pīnpèi) – das Mischen von Rohmaterial verschiedener Herkunftsgebiete, Erntejahre und Blattqualitäten, um ein stabiles Geschmacksprofil von Partie zu Partie zu erreichen.

4. Terroir und Besonderheiten des Anbaus:

  • Region: Provinz Yunnan, Südwestchina.
  • Hauptbeschaffungszonen: Präfektur Xishuangbanna (西双版纳, Xīshuāngbǎnnà), Stadt Pu-Erh (普洱, Pǔ’ěr, ehemals Simao), Stadt Lincang (临沧, Líncāng), Baoshan (保山, Bǎoshān).
  • Höhe der Plantagen: ca. 1000–2000 m über dem Meeresspiegel.
  • Klima: subtropisches und tropisches Monsunklima mit ausgeprägter Regenzeit.

Yunnan liegt etwa zwischen dem 21. und 29. nördlichen Breitengrad; die südlichen Teeanbaugebiete von Xishuangbanna befinden sich etwa bei 21–22° N. Die Kombination aus Höhenlage, Nebel, nährstoffreichen Böden und milden Wintern formt ein Rohmaterial mit dichtem Aufgusskörper. Da „Zhongcha“ mit Rohmaterial aus vielen Gebieten arbeitet, hängt das konkrete Terroir eines einzelnen Fladens von der Rezeptur ab und ist auf der Verpackung angegeben.

5. Herstellungstechnologie:

  • Schritt 1. Herstellung des Maocha: Pflücken (采摘, cǎizhāi), Welken (萎凋, wěidiāo), Fixierung des Grüns durch Erhitzen (杀青, shāqīng), Rollen (揉捻, róuniǎn), Sonnentrocknung (晒青, shàiqīng).
  • Schritt 2. Nasshaufenfermentation (渥堆, wò duī): Der entscheidende Vorgang, der Shu von Sheng Pu-Erh unterscheidet.
  • Schritt 3. Pressen: Wiegen, Dämpfen, Formen des Fladens, Trocknen.
  • Schritt 4. Verpackung: Umhüllungspapier (棉纸, mián zhǐ), inneres Etikett (内飞, nèifēi), Beilegeblatt (内票, nèipiào), Bund (筒, tǒng).

Bei der Haufenfermentation wird Maocha zu Haufen gesammelt, befeuchtet (洒水, sǎ shuǐ) und abgedeckt; durch die Aktivität von Mikroorganismen, vor allem des schwarzen Aspergillus (黑曲霉, hēi qū méi) und Hefen, steigt die Temperatur im Inneren des Haufens auf 50–65 °C. Der Haufen wird periodisch umgeschaufelt (翻堆, fān duī) für eine gleichmäßige Fermentation. Der Prozess dauert je nach Rezept und Fermentationsgrad etwa mehrere Wochen bis zwei Monate. Danach wird die Masse getrocknet, sortiert, geblendet und mit Dampf zu Fladen gepresst.

6. Organoleptische Eigenschaften:

  • Trockenes Blatt: dunkelbraun bis rötlich-braun, oft mit goldenen Spitzen (金毫, jīn háo).
  • Aufguss: von tiefem rotbraun bis dunkelkastanienbraun; mit zunehmender Reifung wird er klarer und heller.
  • Aroma: gereift, „alt“ (陈香, chén xiāng) – holzig-erdig, mit Noten von getrockneten Datteln, manchmal Kampfer (樟香, zhāng xiāng) oder warmem Getreide.
  • Geschmack: weich, rund, dicht (醇厚, chún hòu), mit geringer Bitterkeit und Adstringenz, langem süßem Nachgeschmack (回甘, huí gān).

In jungem Shu Pu-Erh kann ein „Haufengeschmack“ (堆味, duī wèi) vorhanden sein – eine charakteristische Note der kürzlich erfolgten Fermentation, die bei Lagerung allmählich verschwindet und einem reinen, gereiften Profil weicht.

7. Chemische Zusammensetzung:

  • Polyphenole: Bei der Fermentation sinkt der Gehalt an Catechinen (儿茶素, ér chá sù) merklich.
  • Pigmente: Es bilden sich Thearubigine und besonders Theabrownine (茶褐素, chá hè sù), die dem Aufguss die dunkle rotbraune Farbe verleihen.
  • Koffein (咖啡碱, kāfēi jiǎn): bleibt erhalten, wird jedoch weicher wahrgenommen als in grünem Tee.
  • Polysaccharide und lösliche Zucker: verleihen dem Aufgusskörper Dichte und eine süßliche Note.

Die Nasshaufenfermentation baut die Biochemie des Blattes faktisch um: Die aktive mikrobielle und oxidative Transformation der Polyphenole verringert die Adstringenz und formt spezifische Fermentationsprodukte, die für Farbe, „Weichheit“ und das charakteristische Aroma des fertigen Shu Pu-Erh verantwortlich sind.

8. Wohltuende Eigenschaften:

  • Verdauung: Shu Pu-Erh wird traditionell nach üppigen Mahlzeiten als Mittel zur „Erleichterung des Magens“ getrunken.
  • Thermischer Charakter: Im Unterschied zum „kühlen“ rohen Pu-Erh gilt fermentierter als „warm“ und magenschonend.
  • Stoffwechsel: Es gibt Untersuchungen zum Einfluss von fermentiertem Pu-Erh auf den Fettstoffwechsel; die Ergebnisse sind jedoch nicht als garantierte Heilwirkung zu interpretieren.

Die angegebenen Eigenschaften spiegeln traditionelle Vorstellungen und vorläufige wissenschaftliche Daten wider und sind keine medizinischen Empfehlungen. Der gereifte Charakter und die geringe Adstringenz machen diesen Tee angenehm für den regelmäßigen Genuss, auch in den Abendstunden bei Personen, die empfindlich auf adstringierenden Geschmack reagieren.

9. Zubereitung:

  • Gefäß: Gaiwan (盖碗, gàiwǎn) oder Kanne aus Yixing-Ton (紫砂壶, zǐshā hú); eine Tonkanne mildert den Aufguss schön ab.
  • Wasser: zum Kochen gebracht, 95–100 °C.
  • Verhältnis: ca. 7–8 g Blatt auf 100–120 ml (etwa 1:15).
  • Spülung: ein schnelles Aufgießen und Abgießen (洗茶, xǐ chá) ein- bis zweimal für 5–10 Sekunden; der Aufguss wird weggeschüttet.
  • Aufgüsse: erste Aufgüsse 5–10 Sekunden Ziehzeit, danach die Zeiten allmählich verlängern; der Fladen hält 10–15 und mehr Aufgüsse aus.

Vor der Zubereitung wird ein Stück mit einem Pu-Erh-Messer abgetrennt, wobei das Blatt möglichst nicht zerbröselt werden soll. Das Abspülen „weckt“ nicht nur den gepressten Tee, sondern entfernt auch einen eventuellen Haufengeschmack bei jungem Shu. Bei späteren Aufgüssen kann der Tee auf dem Herd in einem Kessel nachgekocht werden (煮茶, zhǔ chá), was einen dicken, süßlichen Aufguss ergibt.

10. Lagerung:

  • Lagerungstyp: Trockene Lagerung (干仓, gān cāng) ist feuchter Lagerung (湿仓, shī cāng) vorzuziehen.
  • Bedingungen: gemäßigte Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit ca. 50–70 %, Belüftung, keine direkte Sonneneinstrahlung.
  • Isolierung von Gerüchen: Pu-Erh nimmt leicht Fremdaromen an, daher wird er fern von Gewürzen, Kosmetik und Küche aufbewahrt.

Shu Pu-Erh hat eine beschleunigte Fermentation bereits durchlaufen und verändert sich daher bei Lagerung langsamer als roher, doch mit der Zeit verschwindet der „Haufengeschmack“, der Geschmack wird sauberer, tiefer und süßer. Fladen werden im originalen Papier gelagert; vollständiger Luftabschluss ist unerwünscht, da der Tee einen minimalen Luftaustausch benötigt.

11. Preis und Fälschungen:

  • Übliche Produktion: Moderne Shu-Fladen von „Zhongcha“ aus Massenlinien kosten je nach Qualität des Rohmaterials und Alter etwa einige Hundert bis etwas über Tausend Rubel pro Fladen zu 357 g.
  • Gereifte und sammelwürdige Partien: der Preis steigt um ein Vielfaches, und alte Fabrikfladen werden als Sammelobjekte verkauft.
  • Wie prüft man die Echtheit: Man achtet auf die Druckqualität des Logos „acht zhong“, das Papier der Umhüllung, Vorhandensein und Aussehen des inneren Etiketts (内飞) und des Beilegeblatts sowie die Übereinstimmung von Artikel und Rezeptur mit dem angegebenen Jahr.

Die Marke „Zhongcha“ ist eine der am häufigsten gefälschten in der Pu-Erh-Welt; besonders riskant sind Behauptungen über „alten“, „seltenen“ oder „markierten“ Tee. Die Datierung nach dem äußeren Erscheinungsbild ist leicht zu fälschen, daher sollten teure, gereifte Fladen nur bei geprüften Verkäufern mit nachvollziehbarer Geschichte gekauft werden. Für den Alltagstee ist es sicherer, sich auf frische Fabrikpartien offizieller Linien zu orientieren, nicht auf „wie durch ein Wunder erhalten gebliebene“ Exemplare zu verdächtig niedrigem Preis.

12. Interessante Fakten:

  • Logo: Acht Schriftzeichen 中 um das zentrale 茶 herum haben sich als Markenzeichen des staatlichen Teehandels Chinas etabliert.
  • Rezeptursystem: In den yunnanesischen Fladencodes stehen die ersten beiden Ziffern gewöhnlich für das Jahr der Rezeptur, die dritte für die Blattqualität, die vierte für die Fabriknummer (z.B. 1 – Kunming, 2 – Menghai).
  • Berühmter Shu: Zur Produktion der Marke „Zhongcha“ gehört einer der Referenz-fermentierten Presstees – der Ziegel 7581 der Kunming-Fabrik (Ziegelform, nicht Fladen, aber gleicher Ursprung).
  • Einheitliche Marke einer Epoche: Mehrere Jahrzehnte lang lief die gesamte Pu-Erh-Export- und Inlandsproduktion Yunnans unter dieser Marke, was sie zu einem zentralen Referenzpunkt in der Geschichte der Kategorie macht.

Fazit:

Zhongcha Shu Pu-Erh ist keine einzelne Sorte von einer Plantage, sondern ein Stil und eine ganze Familie von Fladen, vereint durch die älteste chinesische Teemarke, großblättriges Rohmaterial aus Yunnan und die Technologie der Nasshaufenfermentation. Gerade die Produkte unter dieser Marke haben maßgeblich den Standard dessen gesetzt, was heute unter „klassischem fabriktypischem Shu Pu-Erh“ verstanden wird: dunkler Aufguss, weicher, dichter Körper, gereiftes holzig-erdiges Aroma und vorhersehbare Qualität von Partie zu Partie.

Zum Kennenlernen des fermentierten Pu-Erh ist dieser Tee durch seine Zugänglichkeit und Stabilität praktisch, und für den Sammler ist er historisch bedeutsam. Der vernünftige Ansatz ist einfach: Alltagsfladen aus frischen offiziellen Linien nehmen und nach Geschmack beurteilen, und gegenüber „seltenen“ und „alten“ Exemplaren Vorsicht walten lassen, eingedenk des Ausmaßes an Fälschungen rund um eine der bekanntesten Marken der Teewelt.

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